Meine Diagnose

Bevor ich hier erklären kann, was ich jetzt eigentlich habe und warum ich das habe und was das ist und wieso ich eigentlich fast nix essen kann (merkt man das, dass ich das alles öfters gefragt werde?), erzähle ich heute vorerst, wie ich überhaupt erfahren habe, dass ich das alles habe (und was das ist und dass ich fast nix essen kann).

Alles begann mit Laktose…

Ja, auch dieser Übeltäter. Den kennt man ja schon. Laktoseintolerant waren eigentlich alle unserer Spezies irgendwann mal, der menschliche Körper hat nur bei vielen im Laufe der Zeit eingesehen, dass wir Menschen eh machen, was wir wollen und daraufhin wohl zu seinem Selbstschutz ein Enzym dafür entwickelt. Hippokrates und ich gehören jedoch zu den 80% der Weltbevölkerung, bei denen das nicht so war.

Nun ja, als die Bauchschmerzen und Krämpfe anfingen, war ich gerade mal 14. Mein damaliger Hausarzt erörterte mir, dass ich schwanger sei, denn in meinem Bauch da bewege sich etwas. Ich erklärte ihm mehrmals, dass ich mit Sicherheit nicht schwanger sei. Er beharrte darauf und ist seither nicht mehr mein Hausarzt.

Gemessen an der enorm hohen Zahl laktoseintoleranter Menschen könnte man vermuten, dass Laktoseintoleranz eine durchaus bekannte Lebensmittelunverträglichkeit sei. In meinem Fall war dem leider nicht so. Ich war bei insgesamt sieben verschiedenen Ärzten, jeweils mehrere Male, bis mir in einem Privatgespräch mit dem Gynäkologen der Tipp gegeben wurde, doch einfach auf Milchprodukte zu verzichten. Getestet wurde ich nie, aber seit ich alles milchige weggelassen habe (damals gab es noch nicht so viele laktosefreie Lebensmittel in Österreich) hatte ich nie wieder Probleme.

Und dann kam das Histamin.

Letzten Herbst ging es dann plötzlich wieder los. Magenkrämpfe, so stark, dass ich nicht mehr stehen konnte. Ausschlag und Juckreiz am Hals und im Gesicht. Gelenksschmerzen. Übelkeit und Erbrechen. Unterleibsschmerzen. Migräne. Und irgendwann bin ich nach einem Schluck Zitronensaft einfach in Ohnmacht gefallen. Da war mir dann doch klar, dass irgendetwas nicht stimmt.

Wieder einmal fühlte ich mich vom Gesundheitssystem im Stich gelassen. Als ich innerhalb von einer Woche zwei Mal mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht wurde und weitere zwei Mal Arztbesuch zuhause bekam, wurde ich erst gegen Grippe, dann gegen einen psychosomatisch verursachten Virus und dann gegen unerklärliche Bakterien behandelt. Schließlich einigte man sich wieder einmal darauf, dass ich wohl schwanger sei. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich seit 8 Tagen nichts gegessen und hatte auch Schwierigkeiten Wasser in mir zu behalten. Als ich dann zu heulen begann, meinte der Krankenpfleger ich solle doch bitte die letzte Flüssigkeit in mir lassen.

Mein Wunsch mich doch bitte zum Allergiearzt zu überweisen, um auf Lebensmittelallergien zu testen, wurde mir nach mehrmaligem Bitten irgendwann auch erfüllt. Da war ich dann insgesamt drei Mal, denn Histamin ist ein Fuchs. Das lässt sich leider nicht durch einen einfachen „Ich tupf einmal und dann piekst das“-Test herausfinden. Die Kombination und Menge machen das Gift.

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Klare Diagnose

Schließlich wurde mir dann dieser schrecklich gestaltete Flyer mit reißerischen Überschriften (das schirche Ding könnte echt Wahlwerbung sein) in die Hand gedrückt und so wurde ich nachhause geschickt.

Ab diesem Zeitpunkt war ich also auf mich allein gestellt und eignete mir dadurch im letzten Jahr mittels unzählicher Bücher, Zeitschriften, Ernährungsblogs usw. viel Wissen an, das ich nun hier mit weiteren Leidensgenossinnen und -genossen teilen möchte. Wenn also jemand etwas hinzuzufügen hat, so sind Kommentare natürlich immer herzlich willkommen. Es wäre doch schön, wenn man sich ein bisschen gegenseitig helfen kann. 🙂

Also bis dahin, eine angenehme & histaminfreie Zeit!
Judith

 

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4 Kommentare zu „Meine Diagnose

  1. Das ist so krass. Dieses abgefuckte Gesundheitssystem macht Menschen nur noch mehr krank!!! Ärzte wissen leider auch nicht immer alles…es sind eben Menschen…

    Natürlich ist der Mensch bei vielen Dingen auch selbst schuld so wie eben bei zu viel Konsum wie z.B. Milchprodukte….und dann ists ja auch klar dass man allergische Reaktionen aufweist und z.B. eine Laktoseintoleranz o.ä entwickelt

    Nun gut….
    Ich Wünsche Ihnen alles gute ;=)

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    1. Hallo schafieukalyptus,
      ja das stimmt sicher. Aber im Nachhinein kann man ohnehin nur das Beste draus machen.
      Danke auf jeden Fall, das ist sehr lieb. 🙂
      Alles Liebe, Judith.

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  2. Hallo Judith,
    Ich kann es nur zu gut verstehen, dass du wütend auf das Gesundheitssystem bist..

    Ich hatte bis vor Kurzem auch über mehr als 2 Jahre hinweg unerklärliche Unverträglichkeiten..
    und die Ärzte waren auch nicht grad hilfreich.
    Dann kam ich durch viel Recherche auf die Idee, die Pille abzusetzen (das Teufelszeug!!)
    Und nun…Bauchweh weg..Magenkrämpfe weg..Alles fein!
    Ich war so wütend, dass nie jemand auf die Idee gekommen wäre, dass es daran liegen könnte, gleichzeitig bin ich aber echt erleichtert.

    Wünsch dir alles Liebe (dein Blog ist toll),
    Julia 🙂

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    1. Hallo Julia,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das liebe Kompliment. 🙂
      Ja, das hab ich jetzt auch schon oft gehört. Ich nehm das Zeug zum Glück schon länger nicht mehr, also daran wirds nicht liegen.. Aber warum da nicht öfter wer darauf kommt, ist mir auch schleierhaft – liegt ja eigentlich auch auf der Hand, dass sich im Körper etwas verändert, wenn man ihm täglich künstliche Hormone zufügt.
      Auf jeden Fall ist es sehr schön, dass es dir jetzt endlich besser geht!
      Alles Gute weiterhin,
      Judith

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